Gekichert: Amazon Go und die Angst der Ahnungslosen

Ja, Amazon Go ist stationärer Einzelhandel. Ja, es ist furchtbar innovativ, die Kassenzone einfach wegzulassen. Und, ja, bei Amazon Go geht es massiv um den Einsatz von Technologie. Und, es ist nach dem Amazon Bookstore und den Amazon Campus Stores womöglich nicht das letzte neue stationäre Konzept, das Amazon testet. Aber darüber gleich den Untergang des Abendlandes heraufziehen zu sehen, der entweder „Totalüberwachung“ oder „Amazon tötet den LEH“ heißt, nein, das geht zu weit.

Amazon will consumer centric sein. Also machen sie zwei Dinge: Erstens, sie sind dort stationär präsent, wo es der Kunde absolut will (frische Lebensmittel, zubereitete Snacks) und zweitens, sie eliminieren das größte Problem des Einzelhandels: Die Kassenschlange. (Randnotiz: Das habe ich auch einmal probiert, Mitte der 90er Jahre. Heraus gekommen ist dabei die Kassenglocke, die heute noch bei dm Drogeriemärkten und bei Budnikowsky im Einsatz ist) Denn so ist Amazon eben. Online hat man Liefergebühren und Lieferzeiten abgeschafft, offline eben die Kassenschlange. Mit einer Technologie, die womöglich schon bald jedem Händler – gegen Gebühr – zur Verfügung stehen wird. Mal schauen, was insbesondere die deutschen Händler daraus machen. Mein Tipp: Nicht viel.